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Tschechien, der Weltkulturerbe-Weltmeister



Foto: Tschechisches Fremdenverkehrsamt
(pp) Europa birgt die Kulturschätze der Welt. In Deutschland listet die UNESCO eine Weltkulturerbe-Stätte pro 3,04 Mio. Einwohner, in Großbritannien eine pro 2,39 Mio., in Frankreich eine pro 2,19 Mio. Italien bringt es immerhin auf ein solches Denkmal pro 1,55 Millionen Einwohner, Spanien sogar auf eines pro 1,05 Mio., aber den absoluten Weltrekord stellt Tschechien mit einem Weltkulturerbe-Denkmal pro 0,85 Millionen Menschen auf. Zum Vergleich: Die USA bringt es nur auf ein solches Denkmal pro 36,06 Mio. Einwohner.

Die Kirche des hl. Johannes von Nepomuk auf dem Grünen Berg (?ïár nad Sázavou)

Anlass für den Bau der Wallfahrtskirche auf dem Grünen Berg im Jahre 1720 bildete die erwartete Heiligsprechung des böhmischen Märtyrers Johann von Nepomuk. Die Kirche gilt als einzigartige Leistung des genialen Prager Baumeisters Giovanni Blasius Santini-Aichel, der für das äußerst bedeutende Vorhaben die Symbolik eines fünfzackigen Sternes gewählt hatte. Dies hing damit zusammen, dass über dem Körper des ertrunkenen Märtyrers eine Krone mit fünf kleinen Sternen erschienen sein soll. Für Santinis Entwurf des Barock-Gotik-Baus ist deshalb die Zahl Fünf charakteristisch: Der Grundriss hat die Form eines Sternes, die Kirche hat fünf Ausgänge, auf dem Hauptaltar sind fünf Sterne und fünf Engel zu sehen. Der Hauptaltar ist als Darstellung des Märtyrers konzipiert, wie er von den Engeln zum Himmel empor getragen wird, die Seitenaltäre sind den vier Evangelisten geweiht. Die von einem seltsamen Flammenwirbel umrahmten Gestalten scheinen tiefe religiöse Verzückung auszustrahlen. Im Scheitelpunkt der Kuppel ist das Symbol Johanns von Nepomuk zu sehen - eine monumentale Zunge im Flammenkreis. Die St.-Nepomuk-Kirche auf dem Grünen Berg fesselt den Betrachter durch gedankliche Originalität und brillante Architektur. Der Künstler ließ hier ein Gotteshaus mit sowohl barocken als auch gotischen Merkmalen entstehen, die sich in der wunderschönen böhmischen Barockgotik zu einer einzigartigen Symbiose verbunden haben.

?ïár nad Sázavou liegt annähernd 120 Kilometer von Prag, nicht weit von der Autobahnstrecke Praha-Brno.

Kromìøí?

Schon sehr früh wurde das in Mittelmähren am Fuße der Hügelkette Chøiby gelegene Kromìøí? (Kremsier) zur Residenzstadt der Bischöfe von Olmütz erkoren. Das Schloss Kromìøí? sowie der herrliche Schlossgarten und Blumengarten gelten als für diesen Teil Europas charakteristisches, außerordentlich gelungenes Beispiel barocker Gartenbaukunst und barocker Palastarchitektur. Auf dem Gebiet der mitteleuropäischen Barockarchitektur wird dem Ensemble seit jeher ein großer Stellenwert beigemessen.

Das unter Denkmalsschutz stehende Kromìøí? liegt annähernd 150 Kilometer von Brno, an der Autobahn Brno-Olomouc. Für eine gute Zugverbindung sorgt außerdem das regionale Eisenbahnnetz.

 
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