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Slowenien, unbedingt anschauen



Foto: djd/RatGeberZentrale
(pp) Vor dem Hintergrund der Karawanken und der Julischen Alpen liegt Sloweniens wohl bekanntester, aber auf jeden Fall ältester, Kurort. Das Flair des malerischen Bled mit seiner steil über den See aufragenden mittelalterlichen Burg konnte sich im Laufe eines ganzen Jahrtausends entfalten und gilt als einer der schönsten Ferienorte der Alpen. 2004 feiert Bled sein 1000-jähriges Jubiläum. Das Datum 1004 nach Christus ist deshalb so zuverlässig überliefert, weil damals der deutsche Kaiser Heinrich II. Bled am 10. April dem Bischof von Brixen schenkte. Die königliche Familie Jugoslawiens hatte dort ihren Sommerpalast, den Tito nach dem Krieg wieder neu aufbauen ließ und als persönliche Residenz sowie für Staatsempfänge nutzte. Inzwischen ist daraus das illustre und beliebte Vier-Sterne-Hotel -Villa Bled- geworden, das für sich ein Image of Eternal Charm in Anspruch nimmt und sich im Stil der fünfziger und sechziger Jahre eingerichtet hat. Nicht nur die Hoheiten der Donaumonarchie gehörten zu seinen Gästen, sondern neuerdings auch Prinz Charles und die japanische Kaiserfamilie. Wahrzeichen von Bled ist sein Alpensee mit der berühmten Kircheninsel, auf der die slowenischen Urahnen die altslawische Liebes- und Fruchtbarkeitsgöttin ?iva vergötterten. Im Laufe der Zeit hat sich die Göttin in die Muttergottes verwandelt, für Göttinnen kein Problem, zumal die Pilger in Scharen kamen, um die ?Wunschglocke? aus dem Jahre 1543 zu läuten. Zwar fuhr 1870 bereits eine Eisenbahn von Wien nach Bled, und 1903 wurde der Stadt in Wien die Goldmedaille als schönster Kurort des Kaiserreichs verliehen. Doch die touristische Grundlage legte erst der Schweizer Heilpraktiker und Begründer der Sonnenlichttherapie, Arnold Rikli, als er im wohltuenden Klima und im Thermal- und Seewasser unter dem Schloss eine Quelle der Gesundheit und des Wohlbefindens entdeckte.
Lebensfrohes Ljubljana
Die slowenische Hauptstadt ist Dank ihrer geographischen Lage ein idealer Ausgangspunkt für die Entdeckung vielfältiger Gesichter und Schönheiten Sloweniens.
Ljubljana, mit 276.000 Einwohnern eigentlich eine Großstadt, konnte sich das menschliche Maß bewahren. Es hat den Charme einer Mittelstadt und das kulturelle und kulinarische Angebot einer Metropole. Überall sind Spuren ihrer 5.000-jährigen Geschichte erhalten geblieben, darunter das Erbe des römischen Emona und die Altstadt mit der mittelalterlichen Burg, Renaissance- und Barockfassaden, geschmückten Portalen und windschiefen Dächern. Das Mosaik wird ergänzt durch malerische Brücken über den Fluss Ljubljanica und den weitläufigen Park Tivoli, der bis in die Stadtmitte reicht.
Das heutige Stadtbild verdankt Ljubljana teilweise dem italienischen Barock und teilweise dem gut zwei Jahrhunderte jüngeren Jugendstil, der sich in zahlreichen, nach dem Erdbeben von 1895 errichteten Gebäuden widerspiegelt. Eine starke Prägung erhielt die Stadt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch die Werke des europaweit bekannten Architekten Jo?e Pleènik, der hier geboren wurde. Das Stadtbild wurde später von seinen moderner orientierten Schülern ergänzt und von den Werken der neuen Generation anerkannter junger slowenischer Architekten vervollständigt.
Ljubljana ist eine Stadt der Kultur, eine Heimstatt der Theater, Museen und Galerien und einer der ältesten Philharmonien weltweit. Die Nationalgalerie, die Moderne Galerie und das Internationale Graphikzentrum haben internationalen Rang. In der slowenischen Metropole finden jährlich über 10.000 kulturelle Veranstaltungen statt - sowohl von Spitzenkünstlern in den Bereichen Musik, Theater und bildende Künste als auch von alternativen und avantgardistischen Künstlern -, unter denen 14 internationale Festivals besonders hervorzuheben sind. Ein zentrales Kulturereignis ist das internationale Sommerfestival Ljubljana.

In den wärmeren Monaten stellen unzählige Cafés und Gasthäuser ihre Tische ins Freie, an die Ufer der Ljubljanica, auf die Straßen und Märkte der Altstadt. Hier treffen sich die Ljubljanaer beim Vormittagskaffee, nach dem fast obligatorischen samstägigen Besuch des Gemüsemarktes oder des sonntäglichen Flohmarkts, oder am Abend zu einem Gedankenaustausch mit Freunden. Der erste Eindruck, den ein Besucher normalerweise von Ljubljana bekommt, ist der einer jungen Stadt, denn die über 50.000 Studierenden verleihen der Stadt einen lebhaften Puls.
 
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