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Saus und Braus in Slowenien

 



Foto: djd/RatGeberZentrale
(pp) D i e slowenische Küche gibt es nicht. Einflüsse aus Ost und West, Nord und Süd haben von Landschaft zu Landschaft wechselnd eine schwer überschaubare Vielfalt von über 1.200 Nationalgerichten hervorgebracht. Jeder slowenische Landesteil kennt seine eigenen Brotsorten. Kleinster gemeinsamer Nenner ist der ausgezeichnete heimische Wein, der in der Regel zu den Speisen gereicht wird und in Slowenien seit mehr als 2000 Jahren erzeugt wird.

Es gibt viele verschiedene Mehlspeisen, eine Spezialität sind solche aus Buchweizen. Weit verbreitet sind die sogenannten ?truklji, eine Art Topfenstrudel in mehr als 100 Varianten. Gegessen haben sollte man auch Jota, Eintopf mit Sauerkraut, bunten Bohnen, Speck und Kartoffeln. Die Königin unter den slowenischen Speisen ist die besonders üppig gefüllte prekmurska gibanica, eine strudelähnliche Süßspeise mit Mohn, Quark, Walnüssen und Äpfeln aus der Region Prekmurje. Die prekmurska gibanica wird aus zwei Teigen bereitet, einem Mürbteig und einem Strudelteig, es gibt aber auch dreilagige Varianten der gibanica, jede Region hat ihr eigenes Rezept. Probieren sollte man unbedingt auch die potica - einen zusammengerollten Hefekuchen, den die Hausfrauen mit Nüssen, Mohn, Rosinen, allerhand Kräutern, Quark, Honig oder Grieben füllen. An der Küste wird man mit vielen originellen Fischgerichten überrascht.

Slowenien ist ein richtiges Weinland. Die Weine, die es mit den Besten in der Welt aufnehmen können, sind der Stolz der Slowenen. Die landschaftliche Vielfalt und unterschiedliche natürliche Bedingungen sorgen für ein sehr reichhaltiges Weinangebot. In Slowenien gibt es drei Weinbaugebiete:

- Im Küsten-Weinbaugebiet unter der mediterranen Sonne gedeihen Rotweinsorten wie der bekannte auf dem Karst wachsende Teran. Neben Rotweinen werden aber auch Weißweine, wie Rebula, Pinela und Zelen angebaut. Auf einer der Weinstraßen im Küstenland können Sie das größte Fass Sloweniens bewundern, das über 40.000 Liter Wein fassen kann. Hier wächst auch die älteste Weinsorte Refo?k.
- Das Drau-Weinbaugebiet ist für seine Qualitätsweißweine aus Slovenske gorice und Haloze berühmt. Welsch (La?ki) und Rheinriesling (Renski rizling), Grauburgunder (Sivi pinot) und andere Weine werden in den großen Kellern der alten Städte gelagert. Die Weinstraßen an der Drau laden mit der über 400 Jahre ältesten Weinrebe der Welt, die in Maribor jedes Jahr trägt, zum Besuch ein. Weingenießer sollten es nicht versäumen, den berühmten Weinkeller in der ältesten slowenischen Stadt Ptuj zu besuchen, in dem auch der älteste slowenische Wein aus dem Jahr 1917 gelagert wird. In Gornja Radgona erwartet die Gäste ein Keller, in dem seit 140 Jahren ein ausgezeichneter Schaumwein (Zlata penina) nach der klassischen Champagner-Methode hergestellt wird.
- Das Sava-Weinbaugebiet mit der größten Weinkelter Sloweniens zeichnet sich durch den leichten, angenehm frischen roten Wein, genannt Cvièek, aus. Sehr beliebt ist aber auch der samtige Èrnina aus Metlika. Als Überraschungen erwartet den Gast hier die Öffnung von Weinflaschen nach Husarenart, nämlich mit einem Säbel.

Eine ausgesprochene Spezialität Sloweniens ist der Honig, der eine mehr als 600 Jahre alte Tradition hat. Schwärme der Krainer Biene wurden im 19. Jahrhundert überall hin in Europa und auch auf andere Kontinente exportiert. Neben diesem weltbekannten Bienenvolk ist aber auch die Bienenstockmalerei eine slowenische Besonderheit. Gemalt wurde auf die Stirnbretter von Bienenstöcken mit religiösen, historischen, meistens jedoch scherzhaften Motiven. In der Zeit zwischen 1750 und dem Ende des 19. Jahrhunderts entstanden etwa 50.000 Exemplare mit über 600 verschiedenen Motiven - eine Galerie der volkstümlichen Malerei, die Aufschluss gibt über die damalige Sicht der Welt.

Bobby Langer


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