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Prag - 866 Hektar Weltkulturerbe

 



Foto: djd/RatGeberZentrale
(pp) Die Besiedlung des Prager Raumes reicht bis ins 4. Jahrtausend v. Chr. zurück. Spätestens seit dem Mittelalter genoss Prag den Ruf, eine der schönsten Städte der Welt zu sein. Staatsmänner, Geschäftsleute, Musiker, Dichter und Denker schwärmten Jahrhunderte lang von der Stadt an der Moldau und schmückten sie mit Namen wie ?goldenes Prag?, ?hunderttürmiges Prag?, ?die Krone der Welt?, ?der steinerne Traum?. 1348 wurde mit der Karlsuniversität die erste Universität in Mitteleuropa gegründet. Für die Schönheit und wunderbaren Baudenkmäler Prags begeisterten sich u. a. Mozart, Beethoven, Apollinaire, Tschaikowski, Dostojewski, Rodin, Kokoschka sowie die britische Königin Elisabeth II. und Papst Johannes Paul II. Künstler von internationalem Rang wurden in Prag geboren: Franz Kafka, Jan Nerudas, Jaroslav Haseks, Egon Erwin Kisch, Franz Werfel, Rainer Maria Rilke. Dem vielstimmigen und gewichtigen Urteil der Künstler schloss sich auch das Gremium der UNESCO an, das den historischen, 866 Hektar großen Stadtkern Prags 1992 ins UNESCO-Verzeichnis des Weltkulturerbes eingetrug. Prag ist außerdem eine der neun Städte, die von der Europäischen Gemeinschaft den Titel ?Europäische Kulturmetropole des Jahres 2000? erhielten.

Prag stellt einen einzigartigen Baudenkmalkomplex dar. Hoch über dem historischen Kern ragt die Prager Burg empor. Sie ist ein Musterbeispiel aller künstlerischen Stile und Stilrichtungen. Der historische Stadtkern erstreckt sich entlang der Moldauufer und besteht aus sechs einst selbständigen Städten, die im 18. Jahrhundert zusammenwuchsen: die Altstadt, die Josefstadt - der erhalten gebliebene Teil der ehemaligen Judenstadt, heute ein Bestandteil der Altstadt -, die Neustadt, die Kleinseite, Hradschin - das Burgviertel - und Vysehrad. Dort konzentrieren sich die meisten Baudenkmäler, Museen und Galerien.

Prag gehört längst wieder zu den Kunst- und Kulturhauptstädten der Welt. Allein das alljährlich mit Smetanas sinfonischem Zyklus ?Mein Vaterland? eröffnete Musikfestival ?Prager Frühling? umfasste im Mai 2004 sechzig Konzerte mit so berühmten Musikkörpern wie dem Leipziger Gewandhausorchester, der Academy of St. Martin in the Fields oder dem BBC Symphony Orchestra unter Leonard Slatkin. Auf Kunstliebhaber warteten zum gleichen Zeitpunkt ca. 70 Aussstellungen und Installationen. Hinzu kamen Hunderte von Veranstaltungen in Jazzclubs, Kultur- und Gemeindehäusern sowie Kulturzentren, Cafés, Bars und Kneipen, Kellern und Kleinkunstbühnen.

Neu und Alt gehen in Prag nahtlos ineinander über, ja bedingen einander gewissermaßen gegenseitig bzw. leben vom wechselseitigen Kontrast. Wer Prag sehen will, kommt an der Prager Burg nicht vorbei und müsste diesem nationalen Kulturdenkmal und Symbol der mehr als tausendjährigen Entwicklung des tschechischen Staates im Grunde genommen mehrere Tage widmen.

Seit dem letzten Viertel des 9. Jahrhunderts entwickelte sich der Komplex des Hradschin über elf Jahrhunderte, ein monumentales Ensemble von Palästen, Verwaltungs- und Kirchenbauten, Wehranlagen und Wohngebäuden aus allen Stilepochen. Die Prager Burg erstreckt sich auf einer Fläche von 45 ha (4,5 x 4,5 km) um drei Burghöfe herum. Ursprünglich war sie der Sitz der böhmischen Fürsten und Könige, seit 1918 ist sie der Sitz des Staatspräsidenten.
Vor lauter Monumentalität und eindrucksvollen Gebäuden sollte der Besucher aber nicht Zlata ulicka verpassen, das ?Goldene Gässchen?, das aus winzigen, an die gotische Burgmauer geschmiegten Häuschen besteht. Im 16. Jahrhundert wohnten hier Burgschützen und Handwerker. Im Häuschen Nr. 22 arbeitete in den Jahren 1916 - 1917 Franz Kafka. Der Name der Gasse leitet sich von der Überlieferung ab, die Alchmisten Rudolfs II. hätten hier gewohnt und versucht, Gold herzustellen.

Öffnungszeiten:
Das Areal der Prager Burg ist für die Öffentlichkeit von April bis Oktober täglich von 5.00 - 24.00 Uhr und von November bis März von 5.00 - 23.00 Uhr zugänglich. Wachablösung an den Burgtoren ist jede volle Stunde von 5.00 bis 23.00 Uhr, resp. 24.00, um 12.00 Uhr feierliche Wachablösung mit Fanfaren und dem Austausch der Standarte.
Die Objekte der Prager Burg sind von April bis Oktober täglich von 9.00 - 17.00 Uhr, bzw. von November bis März von 9.00 - 16.00 Uhr zugänglich. Die Burggärten sind von April bis Oktober täglich von 10.00 - 18.00 Uhr geöffnet.

Eine Gesamteintrittskarte zur Besichtigung aller zugänglichen Objekte ist im Informationszentrum im dritten Burghof oder in jedem der Objekte zu kaufen. In die Burggärten ist der Eintritt frei. Der Turm der Kathedrale ist bei günstiger Witterung von April bis Oktober zugänglich, am 24.12. geschlossen.

Im Informationszentrum (Tel.: 224 373 368) kann man einen Stadtführer in Tschechisch oder in verschiedenen Fremdsprachen bestellen. Auch spezialisierte Sonderbesichtigungen oder Fachvorträge und Begleitpersonen für Behinderte können bestellt werden. Blinden steht kostenlos ein plastischer Reiseführer in Brailleschrift zur Verfügung.

Bobby Langer

 
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