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Malta: arabisch-sizilianischer Sonnenstaat

 



Foto: Fremdenverkehrsamt Malta
(pp) Ein eigenwilliges Völkchen, diese Malteser. Als Europäer verstehen sie sich seit eh und je; trotzdem entziehen sie sich dem gesamteuropäischen Gruppendruck und verhalten sich - bei allem Temperament - britisch kühl zur EU. Man hat von den einstigen Besatzern gelernt. Gerade mal 53,6 Prozent stimmten für den Beitritt, eine dünnere Mehrheit gab es in keinem anderen der neuen Beitrittsländer.

Kinny kontra Cola

Voraussetzung für den Beitritt waren 76 Sonderklauseln, mit denen sich das kleine Malta eigene Rechte innerhalb der EU sicherte und das Maltesische zur neuen EU-Sprache beförderte - eine Sprache, die ebenso eigenwillig ist wie das ganze Land: Es handelt sich um eine einzigartige Mischung aus dem Sizilianischen und Arabischen. Aber nicht nur in Sachen Europa lassen sich die Malteser nichts dreinreden. Selbst dem Coca-Cola-Imperium bietet der kleinste EU-Mitgliedsstaat (316 Quadratkilometer; Deutschland: 357.022 Quadratkilometer) erfolgreich Paroli. Die Gegenwaffe heißt Kinnie, eine maltesische Kräuterlimonade, die der schwarzbraunen US-Droge seit vielen Jahren erfolgreich den Rang abläuft. Wo anderswo ein Bacardi-Coke getrunken wird, da trinken hier viele einen Bacardi-Kinnie. Und zu Zeiten, als er sich damit noch politisch in die Nesseln setzte, hatte Premierminister Dominic Mintoff die Stirn, mit China und Libyen Handelsabkommen zu schließen.

Die Malteser in eine Schublade zu stecken, ist so gut wie unmöglich. Als Knotenpunkt der Schifffahrtsrouten zwischen Orient und Okzident waren die Inseln mehr als 7.000 Jahre Heimat, Festung, Handelszentrum und Zufluchtsort verschiedener Völker. Die Tempelbauer des Neolithikums, die Phönizier, die Johanniter, Napoleon und das britische Empire haben alle ihre Spuren auf den Inseln hinterlassen.

 
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