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Litauen - die Kurische Nehrung
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| Litauen - die Kurische Nehrung |
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![]() Foto: Baltikum Tourismus Zentrale (pp) Die Bewohner der Kurischen Nehrung erzählen eine Sage über die Entstehung der Halbinsel: Die Fischertochter Neringa hatte die Aufgabe übertragen bekommen, die Seeleute vor den stürmischen Wellen der Ostsee schützen. Für ein einfaches Mädchen war das natürlich ein hoffnungsloses Unterfangen. Deshalb wuchs Neringa zu einer Riesin heran, die nun in ihrer mächtigen Schürze genügend Sand herantragen und ins Meer kippen konnte, so dass die Wogen des tobenden Meeresgottes Bangputis daran abprallten. So konnten die Fischer im Haff endlich ungestört ihrem Tagewerk nachgehen. Neringa, die Kurische Nehrung, eine in Europa einzigartige, 98 Kilometer lange und stellenweise nur 400 m breite Landzunge mit den größten Dünen und dem längsten Sandstrand Europas, ist einen eigenen Urlaub wert. Der große Naturforscher Alexander von Humboldt fand, ?dass diese Landzunge so merkwürdig ist, dass man sie ebenso wie Spanien und Italien gesehen haben muss, wenn einem nicht ein wunderbares Bild in der Seele fehlen soll.? Mit ihren weißen, bis zu 60 m hohen Sanddünen, ihrer eigentümlichen Tier- und Pflanzenwelt wurde sie in die Liste des Weltnaturerbes der UNESCO aufgenommen. Die nördliche Hälfte der Nehrung gehört zu Litauen, die südliche zu Russland. Dank den Aufforstungen vergangener Jahrhunderte wurde die Halbinsel nicht völlig zur Sandwüste. Mindestens fünfzehn Dörfer wurden in den letzten vier Jahrhunderten von den Wanderdünen ?geschluckt?. Heute bedecken ausgedehnte Wälder den Landstreifen, die wenigen unbepflanzten Sanddünen stehen unter Naturschutz. Im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts hatten Künstler, Naturfreunde und Wissenschaftler Neringa als ?Paradies aus Sand? entdeckt. Thomas Mann war 1929 nach einem Besuch so begeistert, dass er hier ein Ferienhaus bauen ließ, wo er zwei weitere Sommer verbrachte, ehe er vor den Nazis ins Exil floh. Inzwischen stellen sich die zauberhafte ?Kleinst-Stadt? Nida, Thomas Manns vorübergehende Wahlheimat, und die Dörfer Preila, Pervalka und Juodkrante zunehmend auf Urlaubsgäste ein. Die weißen Nächte des Baltikums sind Legende und auf der Kurischen Nehrung besonders lang. Ende Juni wird es erst gegen Mitternacht dunkel. Wer allerdings ausgelassene Strandatmosphäre sucht, ist auf Neringa fehl am Platz. Stattdessen findet er hier prachtvolle Natur, Ruhe, Meeresluft, weitläufige feine Sandstrände und - Romantik. Die ein, zwei Kilometer zum Meer - Achtung: es gibt keinen Liegestuhl-Strandservice! - legt man auf schönen Waldwegen am besten zu Fuß zurück, die Ostsee wird allerdings selten wärmer als 14 bis 20 Grad. |
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