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Lettland - das Ende von acht Jahrhunderten Fremdherrschaft
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| Lettland - das Ende von acht Jahrhunderten Fremdherrschaft |
![]() Foto: Baltikum Tourismus Zentrale (pp) Die Geschichte Lettlands war über acht Jahrhunderte eine Geschichte der Fremdherrschaft. Da sich die baltischen Stämme nicht taufen lassen wollen, schickt der Papst Kreuzritter gegen Lettland. Mit Erfolg. Die organische Entwicklung des Landes wird unterbrochen, und 1201 gründet Bischof Albert aus Bremen die Stadt Riga, die mit der Zeit zur größten und schönsten Stadt der nordöstlichen Ostseeregion heranwächst und 1282 zusammen mit vier weiteren Städten Mitglied des Hansebunds wird. Livland entsteht und bleibt bis ins 16. Jahrhundert unter deutscher Herrschaft. Nach dem sogenannten livländischen Krieg (1558-1583) kommt das lettische Gebiet unter die Herrschaft der polnisch-litauischen Krone. Riga fällt im Jahr 1621 unter schwedische Herrschaft und entwickelt sich zur größten und reichsten Stadt Schwedens. Livland wird zur Kornkammer Schwedens. Im Laufe des 18.Jahrhunderts verleibt sich Russland die lettischen Gebiete ein und bekommt so direkten Zugang nach Europa. Die Wirren nach dem ersten Weltkrieg bieten die Gelegenheit zur Gründung eines selbständigen Staats. Am 18. November 1918 wird das unabhängige Lettland proklamiert. Sowjetrussland erkennt den neuen Staat an verzichtet und für alle Zeiten auf jeden Anspruch auf lettisches Territorium. Die internationale Staatengemeinschaft folgt dem russischen Beispiel am 26. Januar 1921. Im Verlauf der allgemeinen Weltwirtschaftskrise kommt es am 15. Mai 1934 zu einem Umsturz und zur Errichtung eines autoritären Regimes. Infolge des ?Hitler-Stalin-Paktes? besetzt die Rote Armee am 17. Juni 1940 das lettische Territorium und gliedert es in die UdSSR ein. In der Nacht vom 13. auf den 14. Juni 1941 werden Tausende Einwohner Lettlands gewaltsam nach Sibirien verschleppt. Im Juni 1941 marschiert die deutsche Wehrmacht in Lettland ein. 90% der jüdischen Bevölkerung Lettlands werden vernichtet. 1944 gewinnt die sowjetische Armee die Oberhand gegen die Deutschen, 1944/45 führt die Sowjetmacht das totalitäre sowjetische System wieder ein. Fast 120.000 Letten werden verhaftet und in sowjetische Konzentrationslager (GULAG) eingesperrt. 130.000 Menschen flüchten vor der sowjetischen Okkupationsmacht in den Westen. Am 25. März 1949 werden in einer groß angelegten Aktion fast 43.000 Einwohner von Lettland nach Sibirien verschleppt. Lettland wird russifiziert, die lettische Sprache unterdrückt. In der zweiten Hälfte der 80er Jahre beträgt der lettische Bevölkerungsanteil nur noch die Hälfte aller Einwohner, während vor dem Zweiten Weltkrieg der lettische Anteil 75% betrug. Den 23. August 1989, den 50. Jahrestag der Unterzeichnung des ?Hitler-Stalin-Paktes?, nutzen die baltischen Staaten, um die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf ihr Schicksal zu lenken. Die Bevölkerung von Lettland, Estland und Litauen bildet eine 600 km lange Menschenkette von Tallinn durch Riga bis Vilnius. Im September 1991 erkennt die UdSSR neben den westlichen Demokratien die Unabhängigkeit Lettlands an. Mehr Informationen und weitere Artikel erhalten Sie unter http://www.ratgeberzentrale.de. |
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