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Kurparadies Tschechien



Foto: Tschechisches Fremdenverkehrsamt
(pp) Auf dem tschechischen Gebiet entspringen hochwertige Mineralquellen, die bereits seit Anfang des 15. Jahrhunderts zu Heilzwecken verwendet werden. Die 32 tschechischen Heilbäder und Kurorte liegen in malerischen Landschaftsgebieten, ihre städtebauliche Gestaltung übt genau so wie die spezifische Architektur ihrer Kurhäuser eine große Anziehungskraft aus, nicht zuletzt deshalb, weil viele im Originalzustand erhalten blieben.

Am Ende des 18. wurden schon große Kurhäuser gebaut und Kolonnaden angelegt, die Heilquellen mit Überdachungen versehen. Zu jener Zeit war das Kur- und Heilbäderwesen in Europa von harter Konkurrenz beherrscht. Die Kurgäste waren fast ausschließlich Angehörige der gesellschaftlichen Oberschicht, die nach Tschechien ebenso zum Kuren reisten wie nach Deutschland, Polen, Österreich oder in die Schweiz. So verweisen sowohl Karlovy Vary (Karlsbad) als auch Teplice v Èechách (Teplitz) bis heute zum Beispiel auf die Tatsache, dass Peter der Große, Albrecht von Waldstein und der englische König Edward VII. zu ihren Kurgästen gehörten. In der neueren Geschichte zählten Persönlichkeiten europäischer Kultur wie zum Beispiel Goethe, Schiller, Chopin, Beethoven und Wagner zu treuen Gästen der böhmischen und mährischen Heilbäder. Aber auch die Aristokraten, Industriellen, Geschäftsleute und Bankiers erholten sich gerne in den böhmischen und mährischen Kurorten.

Seine volle Blüte hatte das tschechische Kur- und Heilbäderwesen dann im 19. Jahrhundert. Der Aufbau der Kurkomplexe wurde abgeschlossen, die Kurhäuser wurden modernisiert, eine ganze Reihe neuer Heilmethoden sorgten für Aufmerksamkeit. Die Heilprozeduren wurden in zunehmendem Maße spezialisiert, die Effektivität der tschechischen Heilmethoden begann berühmt zu werden. Gleichzeit entwickelte sich ein Kuraufenthalt immer mehr zu einer Frage der gesellschaftlichen Stellung. Wer nicht wenigstens einmal in Marienbad oder Karlsbad gekurt hatte, konnte nicht mehr mitreden. Die Heilbäder und Kurorte verwandelten sich in gesellschaftliche und kulturelle Zentren, zu Schwerpunkten eines florierenden Fremdenverkehrs.

Nach 1990 eröffneten sich auch für das tschechische Kur- und Heilbäderwesen neue Horizonte. Der veränderte Lebensstil verlangte nach neuen Relaxations-, Regenerations-, Verschönerungs-, Antistress- und Antiaging-Programmen, die ihrerseits von einer breiten Auswahl an Sportaktivitäten begleitet wurden: Golf, Tennis, Radfahren, Wanderungen, Fitnessprogrammen und vielen anderen Sportarten. Heute werden von annähernd vierzig Heilbädern und Kurorten der Tschechischen Republik erweiterte Spezialprogramme angeboten.

Karlovy Vary (Karlsbad)

Mit seinen 12 warmen Heilquellen (44°C - 72°C) erlangte der traditionsreiche Badeort Karlsbad Weltruf, der schon im 14. Jahrhundert als Warmbad genutzt wurde und seinen Namen von Kaiser Karl IV ableitet. Gut erhaltene historische Kureinrichtungen, die berühmten weißen Kolonnaden, eine gute touristische Infrastruktur und moderne Wellnessangebote machen den Ort auch zum Ziel von Kurzurlaubern. Als traditioneller Ort der Reichen und Schönen war und ist Karlsbad neben seinen Kureinrichtungen Ort gesellschaftlicher Anlässe. Sehen und gesehen werden sind ein Element seiner Atmosphäre; Casino, Golf, Pferderennen und Internationale Filmfestspiele gehören zum Angebot. Aus Karlovy Vary stammt auch der berühmte Kräuterschnaps Becherovka, der hier schon mal in Strömen läuft. Im becherovkagrün gestrichenen Stammhaus befindet sich ein Museum mit Ausstellungsstücken rund um diesen Schnaps. Die Stadt liegt malerisch in einer Schlucht und steigt von der Talsohle an den bewaldeten Hängen empor. Waldpromenaden, Hangstraßen und Seilbahnen führen zu den Hotels und Aussichtspunkten rund um Karlovy Vary.

 
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