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Kunsthandwerk auf Malta

 



Foto: Fremdenverkehrsamt Malta
(pp) Handwerkskunst hatte auf Malta schon immer einen hohen, kulturellen Stellenwert. Durch das Interesse an handgemachten Souvenirs erlebt sie in den letzten Jahren eine neue Blüte. Silberarbeiten sowie Korb- und Spitzenherstellung haben eine jahrhundertlange Geschichte, Weben und Töpfern gehen gar auf prähistorische Zeiten zurück. Die ?Schlafende Dame? aus der Steinzeit ist eine exquisite Tonarbeit. Inzwischen ist sie zu einem Symbol für das ungewöhnliche Erbe der Insel geworden. In den Tarxianischen Tempeln fanden Archäologen zudem Überreste rotgefärbter Textilien aus Flachs, die beweisen, dass die Webkunst der prähistorischen Inselbewohner bereits beachtlich entwickelt war. Die Handwerkskunst war von solch hohem Niveau, dass manche Großmeister im 17. Jahrhundert das Tragen bestickter und kunstvoll verzierter Kleidungsstücke als frivole Handlung verboten.

Spitzenklöppelei

Wegen ihrer Verarbeitung und ihres komplexen Designs ist Spitze aus Gozo bis heute berühmt und das beliebteste Andenken der Insel. Klöppelspitze wird mit einer ganzen Anzahl von Einzelfäden zugleich hergestellt, die in Malta Ghazel heißen. Diese Fäden werden an einer länglichen Spule, dem Klöppelholz, befestigt. Auf Pergamentpapier wird ein Muster gezeichnet und dann mit Löchern an den Stellen versehen, wo später die Nadeln hinkommen, welche die Leinenfäden während der eigentlichen Klöppelarbeit festhalten. Während des Klöppelns liegt das Pergament auf einem Kissen.

Auf Gozo wurde bereits in der Mitte des 17. Jahrhunderts meisterhafte Spitze hergestellt, doch blieb diese Kunst 200 Jahre lang in der Hand einer kleinen Zahl gozitanischer Frauen. Im frühen 19. Jahrhundert holte Lady Hamilton, Lord Nelsons Begleiterin, Spitzenmacherinnen von Genua nach Gozo, um dieses Handwerk wiederzubeleben. Die heutige Maltesische Spitze ist also ein direkter Abkömmling der genuesischen Spitze, hat aber inzwischen ganz eigene Designs entwickelt, in denen häufig das Malteser Kreuz auftaucht.

 
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