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Fränkischer Kaufmann gründete Slowenien

 



Foto: djd/RatGeberZentrale
(pp) Deutsche haben in Slowenien keinen schlechten Ruf, allein schon deshalb, weil die Slowenen Fleiß als Teil ihres Nationalcharakters verstehen und die Deutschen außerdem als bierfest gelten. Bier wird nämlich auch in Slowenien gerne getrunken, und jede slowenische Region hat ihre eigenen Bier-Spezialitäten. Außerdem führen die Slowenen ihre politische Identität auf einen fränkischen Kaufmann namens Samo zurück. Zwar dürfte Samo aus heutiger Sicht kein Deutscher, sondern eher ein Franzose gewesen sein, doch die positive Assoziation besteht. Hinzu kommt, dass die modernen politischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern - die diplomatischen Beziehungen wurden am 15. Januar 1992 aufgenommen - ausgesprochen gut sind.

Der legendäre fränkischen Kaufmann Samo wurde 623 n.Chr. vermutlich als eine Art Agent von dem Frankenkönig Dagobert I zu den Slawen entsandt, um diese zu einem Aufstand gegen die Awaren aufzuwiegeln. Das gelang Samo so gut, dass die Slawen unter seiner Führung tatsächlich gegen die Awaren kämpften und siegten. Daraufhin wurde Samo zum slowenischen König ausgerufen und bot seinen einstigen Auftraggebern die Stirn. 631 besiegte er sogar die Franken in der Schlacht bei Wogastisburg. Inzwischen reichte sein Herrschaftsgebiet von Böhmen und Mähren über Österreich und Ungarn bis an die Adria. Das erste freie Fürstentum der Altslowenen - Karantanien bzw. Kärnten - unter Samo war der Legende nach für seine demokratische Ordnung, das Rechtssystem, die Beteiligung des Volkes an der Wahl des Fürsten und für seine fortschrittliche gesetzliche Regelung der Frauenrechte bekannt. Offenbar zu fortschrittlich für seine Zeit, denn nach dem Tod Samos 658 oder 659 hatte sein Reich nicht mehr lange Bestand. 788 wurde das Fürstentum Karantanien von den Franken erobert.

Bobby Langer

 
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