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Estland - Hanseland
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| Estland - Hanseland |
![]() Foto: Baltikum Tourismus Zentrale (pp) Ein wenig lässt sich Estland mit Friesland vergleichen. Die Bewohner der friesischen Inseln gelten als scheu und verschlossen, gleichwohl als freundlich, solange man ihnen nicht aufdringlich auf den Pelz rückt. Dem Ansturm auf ihre Inseln hat dies keinen Abbruch getan, im Gegenteil, denn jemand, der in Ruhe gelassen werden möchte, lässt auch andere Leute in Frieden. Auch die reservierten Esten können sich über einen Mangel an Touristen nicht beklagen. Rund 3,3 Millionen Touristen, vorwiegend aus Finnland, aber zunehmend auch aus Schweden und Deutschland besuchen die junge, ehrgeizige Republik, die ein wenig größer ist als Holland, aber nur 1,4 Mio. Einwohner besitzt. Im Jahr 2003 hatte sich Tallinn mit ca. 200.000 Touristen nach Kopenhagen und St. Petersburg zur drittgrößten Reisestadt an der Baltischen See gemausert. Mindestens 10 Prozent der estischen Wirtschaft hängen vom Tourismus ab. Tallinn - Freilichtmuseum und glänzende Kulturmetropole Der Run auf Tallinn, das ehemalige Reval, ist nicht verwunderlich. Den aufwändig restaurierten Stadtkern dieses prächtigen Tors zu Russland - eine Art mittelalterliches Freilichtmuseum - setzte die UNESCO 1997 auf die Liste des Weltkulturerbes. Die wichtigsten öffentlichen und kirchlichen Gebäude sind in ihrer ursprünglichen, mittelalterlichen Form erhalten, ebenso viele Bürger- und Handelshäuser. Tallinn war bedeutende Hansestadt und die Nahtstelle zwischen protestantisch-katholischer Welt und der orthodoxen Welt des europäischen Ostens. Zwischen Stadtmauern, Wehrtürmen und alten Gildebauten, Klöstern und uralten Kirchen verbergen sich teure Boutiquen, Nobelrestaurants und gemütliche Kneipen, Computerfirmen, Galerien und Studios. Das moderne Tallinn ruht sich aber nicht auf seinem historischen Erbe aus, sondern hat sich zu einer glänzenden Kulturmetropole mit 29 Museen, 12 Theatern, berühmten Sängerfesten und unzähligen anderen kulturellen Ereignissen entwickelt. Das Linna-Theater mit nicht weniger als sieben Bühnen ist in seiner Art sogar weltweit einzigartig. Eine Besonderheit Tallinns ist auch der Stadtteil Kadriorg, dessen Straßen einem einzigartigen Architekturmuseum gleichen. Bis heute lassen die gut erhaltenen historischen Holzresidenzen der zaristischen Highsociety erkennen, dass dies ein wohlhabendes Badeviertel war und heute zu den feinen Vierteln Tallinns zählt. Hier bummelt man an der Residenz des estnischen Präsidenten und den internatinalen Botschaften vorüber. Der barocke Kadriorgpalast von Niccolo Michetti wurde als Sommerresidenz der Zarenfamilie errichtet und zu Ehren von Katharina I. Katherinenthal genannt. Heute birgt der Palast das Estnische Kunstmuseum mit über 900 westeuropäischen und russischen Gemälden aus dem 16. bis 20. Jahrhundert, ungefähr 3.500 Drucken, über 3.000 Skulpturen und Edelsteinen sowie etwa 1.600 Schmuckgegenständen. Land der Quellen und Seen Wer nach Ruhe sucht, muss nicht weit fahren. Etwa eine Autostunde von Tallinn entfernt liegt der 112.011 Hektar große Lahemaa-Nationalpark, der die typisch nördliche Landschaft Estlands dauerhaft erhalten soll: Sandstrände und Granitfelswände, ausgedehnte Wälder und Hochmoore - beinahe 40 Prozent des Landes sind von Wald bedeckt -, wo man noch Elchen, Störchen und Kranichen begegnet und mit etwas Glück sogar einem Flughörnchen, Braunbären und Luchs - ideale Landschaften zum Segeln oder Rudern, Radfahren oder Wandern in sauberer, klarer Luft. Estland ist ein Land des Wassers. Auf estnischem Gebiet gibt es allein ca. 1.200 Seen, die mehr als einen Hektar groß sind, dazu rund 20.000 kleinere Seen und Teiche und mehr als 5.000 Quellen. Berühmt sind die Quellen von Roosna-Alliku, Esna, Prandi, Varangu and Simuna im Pandiver Hochland, die mehrere Hundert Liter pro Sekunde ausstoßen. Meerumspült, sonnenverwöhnt Pärnu, die ?Sommerhauptstadt der Esten?, die frühere Hansestadt Pernau, liegt am Nordende der Rigaer Bucht, und gilt als führender Bade- und Kurort an der Ostseeküste Estlands seit 1838. Heute ziehen sein prächtiger, weißer Sandstrand und die guten Hotels, Kuranlagen und Rehabilitationseinrichtungen auch zunehmend ausländische Gäste an. Ein bedeutendes Ostseebad ist auch das meerumspülte, sonnenverwöhnte Haapsalu mit der Spezialität der Meeresschlammbäder. Deren Heilkraft veranlasste den Zarenhof, Haapsalu als Sommerkurort auszuwählen und 1905 eine eigene Eisenbahnverbindung nach St. Petersburg zu bauen. Wer das traditionelle Estland sucht, in dem noch alte Bräuche lebendig sind und Leder, Keramik, Glas und Wolle traditionell kunsthandwerklich verarbeitet werden, der wird südlich der einstigen Hansestadt Tartu fündig. Hier beginnt ein Naturparadies aus dichten Wäldern, Flüssen, Seen und Hügelland. In den Städtchen Põlva, Võru, Tõrva und Viljandi schlägt noch der Puls des alten Estland. Ein Naturparadies mit Dünen, Sandstränden und Steilküsten, weiten Heideflächen, Wacholdersträuchern, Strandweiden und dichtem Kiefernwald ist auch Saarema, die mit 2.668 Quadratkilometern zweitgrößte Insel der Ostsee. Hier findet der Reisende zwischen Gutshäusern und Küstendörfern verstreut mittelalterliche Wehrkirchen aus dem 13. Jahrhundert und die charakteristischen hölzernen Bock-Windmühlen. Die gleichfalls ursprüngliche Insel Hiiumaa gilt als der ?estnischste? Platz Estlands. Hier befindet sich unter anderem die Bischofsburg, die am besten erhaltene Burganlage im gesamten baltischen Raum. Weitere Informationen: Baltikum Tourismus Zentrale |
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