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Ein Teil von Ungarns Geschichte: Ungarndeutsche
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| Ein Teil von Ungarns Geschichte: Ungarndeutsche |
![]() Foto: Ungarisches Tourismusamt (pp) Obgleich wahre Schwaben sich nur im Komitat Sathmar niederließen - davon sind heute nur noch drei Dörfer auf ungarischem Gebiet - wurde der Name ?Schwaben? zur allgemein gebrauchten Benennung des Deutschtums in Ungarn. Wie kam das? Tatsächlich kam die Mehrheit der ersten deutschen Siedler in Ungarn aus Schwaben. Allerdings wurden die Schwaben durch die großen Pestseuchen des 18. Jahrhunderts dezimiert, manche wanderten weiter bis in die Ukraine und sogar zur Wolga über den Kaukasus. An ihren Platz traten im Karpaten-Becken beinahe überall Bayern und Franken, die den Namen ?Schwaben? erbten. Da der Name ?Schwaben? in erster Linie Siedler bäuerlicher Herkunft bezeichnete, wurde er zum Synonym für ?bäurisch?. Statistischen Erhebungen zufolge leben etwa 200-220.000 Deutsche in Ungarn, was immerhin 2,5 Prozent der Bevölkerung ausmacht. Zum Vergleich: Ungarns Slowaken, Südslawen und Rumänen machen nur 2,2 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Deutsche hatten sich schon im 13. Jahrhundert in vielen Regionen Ungarns niedergelassen und hatten als Handwerker und Kaufleute große Bedeutung bei der Entfaltung der ungarischen Städte. Deutsche Siedler waren wegen ihrer Kenntnisse meist beliebt, lediglich der Deutschritterorden wurde wieder aus dem Land gejagt, als er sich auf ungarischem Boden territorial selbständig machen wollte. Die meisten Deutschen kamen allerdings erst nach der Vertreibung der Türken nach Ungarn. Die Türken hatten nämlich viele Siedlungen verwüstet und das Land entvölkert, so dass besonders im Süden riesige Gebiete verwilderten. Arbeitskräfte waren nötig, und deutsche Siedler hatten einen guten Ruf, weil sie oft über fortschrittlichere landwirtschaftliche Methoden verfügten als die ungarische Bevölkerung. Die Anwerbung von Kolonisten besonders in Süd- und Mitteldeutschland verlief erfolgreich, u.a. auch deshalb, weil kalvinistische und lutheranische Bauern auf den Grundstücken der protestantischen ungarischen Gutsherren sicherere Zuflucht fanden. Später kamen unter dem Druck des Siebenjährigen Krieges neue Bauern ins Land. Seit kurzer Zeit haben ungarndeutsche Orte im Süden das Recht auf Selbstverwaltung. Gerhard Maciolek Mehr Informationen und weitere Artikel erhalten Sie unter http://www.ratgeberzentrale.de. |
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